Milch gehört zu den wohl selbstverständlichsten Nahrungsmitteln in unserer Ernährung. Kein Wunder, schließlich macht sie sich super im aufgeschäumten Cappuccino, im Frühstücksjoghurt, in diversen Kuchen und sogar beim Kochen. Und überhaupt – was wäre Pizza ohne Käse?! Aus keinem anderen Rohstoff stellt der Mensch so viele Produkte her wie aus der Milch. So sind wir alle von klein auf an den alltäglichen Konsum gewöhnt – Milch macht ja schließlich stark und gesund! Aber ist das wirklich so?

Was ist drin in der Milch?

Wir wissen es zwar alle, aber verdängen es doch oft: Milch ist Säuglingsnahrung! Die nährstoffreiche Essenz ist perfekt auf die Bedürfnisse von Neugeborenen abgestimmt, und sorgt dafür, dass Babys gesund heranwachsen können. Sie besteht im Grunde aus Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten und enthält daneben wertvolle Vitamine und Mineralstoffe, wie Kalzium und Zink. Noch dazu enthält sie den Zucker Laktose, der vielen sicherlich aus der Unverträglichkeit bekannt ist. Aber wie kommt es eigentlich, dass so viele Menschen laktoseintolerant sind?

Wieso haben so viele Menschen Laktoseintoleranz?

Lasst uns erstmal erklären, was Laktoseintoleranz überhaupt bedeutet. Im Grunde beschreibt das inzwischen sehr verbreitete Phänomen lediglich die Unverträglichkeit von Laktose im Körper. Im Säuglingsalter sind wir darauf eingestellt, nur von Muttermilch zu leben, wofür der Körper dann das Enzym Laktase produziert, welches die Laktose aufspaltet. Sobald der Körper dann aber keine Muttermilch mehr zu sich nimmt, hört er auf, das Enzym zu produzieren und kann deshalb nur noch geringe Mengen Milchzucker spalten. Weil der Körper rein aus evolutionstechnischen Gründen also eigentlich nicht darauf ausgelegt ist, im Erwachsenenalter Milch zu trinken, macht sich weltweit eine Unverträglichkeit breit.

Der Mensch hat noch nicht immer Milch getrunken

Wer denkt, Milch war schon immer Bestandteil der menschlichen Ernährung, wird jetzt überrascht werden. Tatsächlich setzte sich erst vor etwa 8000 Jahren mit dem Beginn der Viehwirtschaft auch die Fähigkeit zur Milchverdauung durch. Die Menschen entdeckten also die Viehzucht und die Milch der Tiere als Nahrungsquelle. Die, die also konsequent Milch konsumiert haben, hatten folglich auch das Enzym Laktase in ihrem Körper. Dies setzte sich aber nur in gewissen Teilen der Welt durch, weshalb zum Beispiel in asiatischen Regionen Milchunverträglichkeit um einiges ausgeprägter ist, als bei uns.

Massentierhaltung auch in der Milch Industrie

Früher waren Milch und Milchprodukte maximal ein Nebenerwerb von Bauern. Heute hingegen ist die Milch eine Milliardenindustrie und längst ein Massenprodukt. Da die steigende Nachfrage von der Natur nicht mehr gedeckt werden kann, werden Kühe künstlich geschwängert, sodass sie Milch produzieren. Dafür stehen sie eng zusammengepresst in viel zu kleinen Ställen und müssen täglich etwa 40-50 Liter Milch abgeben. Und die eigentlich für die Kälber bestimmte Milch kommt gar nicht erst bei diesen an. Daran denkt man irgendwie gar nicht, wenn man morgens ganz selbstverständlich seine Milch ins Müsli kippt…

Was nun? Milch trinken oder lieber nicht?

Naja, es ist ja grundsätzlich schon mal so, dass der Streit um gesunde Ernährung nie abnehmen wird.  Hiermit hat er allerdings sein neues Opfer gefunden: Die doch eigentlich so gesunde Milch. Bis lang ist aber tatsächlich nicht geklärt, wie schädlich oder gesund sie letztlich ist. Milch hat so viele Bestandteile, dass beide Effekte denkbar sind. Eins steht jedoch fest: Bei der Debatte um umstrittene Lebensmittel, wo man sowieso mit Argumenten für beide Seiten belegen kann, fehlt allerdings ganz entscheidend das Wohl von Tieren und Umwelt. Aus diesem Grund sind wir der Meinung, dass es sich auch ganz gut milchlos leben lässt!

‚It’s like Milk, but made for humans‘

Mit diesem Werbeslogan hat die Firma Oatly – ein Hersteller von Hafermilch – ganz schön Aufsehen erregt. Aber es scheint zu wirken, denn pflanzliche Milch gehört längst zum Standard Repertoire eines jeden Supermarkts. Dort findet man nämlich mittlerweile eine Vielzahl an alternativen Milcharten, wie beispielsweise Reismlich, Getreidemilch oder Nussmilch (die man übrigens auch wunderbar selber machen kann).

Auch hier gilt, jeder entscheidet für sich selbst, was für ihn zu einer gesunden Ernährung gehört! Am Ende des Tages muss man  eben auch einfach auf das hören, was einem der eigene Körper sagt. Und nicht so sehr auf Schlagzeilen oder irgendwelche vermeintlichen Gesundheitstipps aus dem Internet. Ihr kennt euch selbst am Besten!