Bei einer gesunden Ernährung sollen die Ernährungspyramide sowie die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. helfen. Doch diese sind für kaum jemanden in Deutschland praktische Leitlinien. Die Anzahl an alternativen Ernährungsformen wächst mit fortschreitender Individualisierung der Gesellschaft.

Grizzly Kitchen hat hier weder den Anspruch, die Bildungshoheit zu besitzen, noch für jeden die richtige Ernährungsweise empfehlen zu können. Wir sind auf der Suche nach dem, was sich am Besten für unseren Körper anfühlt. Und was uns natürlich Spaß beim Zubereiten, wie auch beim Essen macht.

Gerade bei den Rezepten bedienen wir uns gerne mal bei den verschiedensten Ernährungsphilosophien. Damit ihr einen kleinen Überblick bekommt, was hinter welchem Wort steht, stellen wir sie euch hier kurz vor. Ihr wollt euch näher mit einem Thema und der Debatte um eine der vielen Ernährungsformen beschäftigen? Dafür findet ihr am Endes jedes Artikel noch einen Link für weiterführende Informationen.

Paleo

Kurz für Paläolithikum, wird umgangssprachlich auch als “Steinzeit-Diät” oder “Steinzeiternährung” beschrieben. Das bedeutet, nur Lebensmittel zu sich zu nehmen, die den Menschen während des Paläolithikums (2,5 Millionen Jahre v.Chr.- 10.000 Jahre v.Chr.) zur Verfügung standen. Dazu gehören: Früchte (Obst und Beeren), Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier und Nüsse. Bei dieser Ernährungsform ist es besonders wichtig, dass die Lebensmittel so unbehandelt und unverarbeitet wie nur möglich eingekauft werden. Getreide und Milchprodukte sind komplett vom Speiseplan exkludiert, über die Verwendung verschiedener Hülsenfrüchte wird gerne mal gestritten. Durch einen hohen Eiweiß- und Fettanteil zählt Paleo zu den eher tierproduktreichen Ernährungsformen. Dennoch gibt es auch hier süße Rezepte, wie ihr an unserem Paleo-Frühstücksmuffin sehen könnt.

Weitere Informationen findet ihr bei der Gesellschaft für evolutionäre Medizin und Gesundheit e.V.

KETO / Ketogene Ernährung

Bei dieser Form der Ernährung wird der Körper von einer kohlenhydrate-basierten Verbrennung zu einer überwiegenden Verbrennung von Fett umgestellt. Der Körper soll sich im Zustand der Ketose befinden, alle Energie soll also über die Verstoffwechselung von Fett entstehen. Statt Glucose dienen dann sogenannte Ketone als Energielieferant für den Körper. Wenn der Energiehaushalt des Körpers nicht mehr über den Abbau von Glucose gedeckt wird, geht er in eine Art Hungermodus über. Und genau dann entstehen beim Abbau von Fettsäuren Ketone, als Beiprodukt. Bei dieser Ernährungsform sind fetter Fisch, Fleisch, Milchprodukte, Eier und Nüsse erlaubt. Bei Obst und Gemüse ist es stark abhängig von dem Kohlenhydratanteil. Denn dieser soll den Tageswert von 3-5% auf die gesamte Energieversorgung nicht übersteigen. Über die Risiken und Gefahren, sowie Gesundheitsvorteile gibt es unterschiedliche Auffassungen. Allen ist aber gemein, dass eine Umstellung nie ohne ärztliche Betreuung erfolgen sollte.

Weitere Informationen findet ihr hier.

Glutenfrei

Das bedeutet, dass die Ernährung und somit alle verwendeten Lebensmittel kein Gluten enthalten. Die Ernährungsform setzt ebenfalls voraus, dass die Lebensmittel während des Herstellungsprozesses nicht mit Spuren von Gluten in Berührung kommen. Gluten ist ein Klebereiweiß, welches in zahlreichen Getreidesorten (u. A. Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste, Grünkern) zu finden ist. Besonders in verarbeiteten Lebensmittel ist es oft anzutreffen, obwohl es dort unnötig ist. Deshalb achten wir z.B. bei den Grizzly Foods Produkten darauf, dass wir glutenfreie Sojasauce verwenden.

Weitere Informationen findet ihr bei der Deutschen Zöliakie Gesellschaft e.V..

RAW

Der Begriff RAW kommt aus dem englischen und steht für Rohkost. Die verwendeten Lebensmittel sind also weder gekocht noch anderweitig verarbeitet worden. Manche Formen erlauben einen Dörrautomaten, der die Lebensmittel jedoch nicht über 40°C erwärmt. Unter der Bezeichnung raw gibt es beispielsweise Rohköstler/ raw vegans, die sich über 70% bis hin zu 100% nur von Rohkost ernähren. Raw kann aber auch bei süßen Rezepten verwendet werden, wenn die Kuchen nicht gebacken werden, oder aber bei verschiedenen Bowl-Rezepten. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Rezepte auch vegan sind. Da unser Jerky bei teilweise über 70°C getrocknet wird, trifft die Bezeichnung raw hier übrigens nicht zu.

Weitere Informationen findet ihr bei ProVeg International.

Vegan

Vegan zu leben, bedeutet mehr als eine Ernährungsweise. Richtig müsste die Bezeichnung tierfrei lauten. Vegan hat sich mittlerweile aber zu einem Synonym entwickelt. Es bedeutet, über Lebensmittel hinaus nicht zu konsumieren – sofern möglich – was in Verbindung mit dem Leid eines Lebewesens (Tiere, Menschen, Insekten,..) steht. Sollten Rezepte auf dem Blog ohne tierische Produkte zubereitet werden können, so könnt ihr das meißt in der Einleitung lesen. Ähnlich wie bei der Ketogenen Ernährung sollte die Umstellung nicht ohne ärztliche Begleitung erfolgen.

Weitere Informationen findet ihr auch hier bei VEBU.

Ihr werdet zu jeder der hier vorgestellten Ernährungsformen gute Argumente dafür und auch dagegen finden. Ob es den einen richtigen Weg gibt, lässt sich auch nach eingehender Studie nur schwer beurteilen. Wir geben euch hier zwei Tipps: Hört auf euren Körper und haltet bei einer größeren Umstellung Rücksprache mit einem qualifizierten Arzt.