Knochenbrühe – oder neudeutsch “bone broth” – erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Ob im New Yorker Brühen-Laden Trinkbrühe to go oder ein selbst aufgesetzter Topf Knochenbrühe nach unserem leckeren Rezept – der Trend bietet für Foodies Futter für den Körper und den eigenen Insta-Feed. So ist es nicht verwunderlich, dass auch der Broth Cleanse – das Brühenfasten – einen neuen Aufschwung erlebt.

Broth Cleanse – Was ist das eigentlich?

Hinter dem Begriff Cleanse/ Cleansing verbirgt sich nichts anderes als das deutsche Wort Reinigung. Gemeint ist damit aber nicht die morgendliche Dusche, sondern die innere Reinigung von Körper und zuweilen auch dem Geist. Ähnlich wie bei einem Detox oder Fasten geht es darum, den Körper von Schadstoffen zu befreien. Dies geschieht durch den Verzicht auf Nahrung.

Beim Fasten gibt es verschiedene Arten, die jedoch mehr oder minder einen kompletten Verzicht auf Nahrung abgesehen von Tee und Wasser fordern. Beim Broth Cleanse geht es also darum, zusätzlich zu Tee und Wasser so viel Brühe zu sich zu nehmen, wie man möchte. Für das Grizzly-Team natürlich die gefundene Challenge!

Brühen- vs. Suppenfasten

Nicht alle sind jedoch in der körperlichen Verfassung, eine Woche lang nur ca. ein Fünftel der empfohlenen Kalorienmenge zu sich zu nehmen. Deshalb und um einem Schwächeanfall vorzubeugen, haben sich zwei Gruppen gebildet. Die Einen versuchten, sich sieben Tage lang nur von Brühe, Tee, Kaffee und Wasser zu ernähren. Für die Anderen galt das gleiche Prinzip, jedoch durften zusätzlich zwei Suppenmahlzeiten (ohne Fleischeinlage) gegessen werden. Dazu wurde der Sport durch leichtes Yoga ersetzt, um zumindest ein bisschen den Ansatz des Fastens umzusetzen. Außerdem wollten wir dem Körper die Bewegung nicht ganz vorenthalten.

Fazit des Ganzen schonmal vorweg: Wir sind gescheitert!

Was es bedeutet, zu fasten

Egal ob Suppen- oder Brühenfasten, für unseren aktiven Lebensstil stellt es eine große Umstellung dar. Wir alle essen sehr gerne und lieben Sport, der einen richtig zum Schwitzen bringt. Statt mit einem Auto sind wir außerdem immer mit dem Rad unterwegs. Dazu kommen noch hin und wieder geschäftliche Verabredungen, die meist unweigerlich um das Essen herum stattfindet.

Auch während dem Fasten zu Arbeiten bedeutet, nicht über sein Leben sinnieren zu können und seinen Gedanken freien Lauf lassen zu können. Im Gegensatz, man muss konzentriert über mehrere Stunden arbeiten und produktiv sein. Nicht die besten Voraussetzungen für einen Broth Cleanse.

Der Selbtversuch

Am ersten Tag waren wir dennoch alle noch voller Motivation. Die Suppenfraktion hatte für die Woche schon abwechslungsreiche Rezepte vorgekocht (alle auf dem Blog zu finden), die Brühenfraktion versorgte sich jeden Tag frisch mit leckerer Brühe. Zum Trinken am Morgen wurde unsere Trinkbrühe gemäß ihrem Verwendungszweck einfach nur erhitzt und pur oder mit Gemüsesäften genossen. Wer gerne süß frühstückt, wird damit aber einfach nicht glücklich.

So verzichtete ein Teil ab dem dritten Tag lieber ganz auf das Frühstück und trank nur Tee, anstatt die deftige Brühe zu schlürfen. Auch wenn die Suppen und Brühen super lecker waren, sank über die Tage hinweg die Motivation und die Stimmung. Ohne frisches Obst und Gemüse fehlt dem Körper Magnesium, was sich bald in Form von Wadenkrämpfen bemerkbar machte.

Generell fehlte die Energie an allen Ecken und Enden. Die Konzentration fiel ab dem dritten Tag so stark ab, dass es schier unmöglich schien, länger als 15 Minuten konzentriert an etwas zu arbeiten. Durch den Verzicht auf Sport machte sich trotz mangelnder Energie der fehlende körperliche Ausgleich bemerkbar. Ebenso war der Schlaf hungrig auch nicht wirklich erholsam. Zusätzlich kam noch Kopfweh und gelegentliches Zittern der Beine hinzu. All das führte dazu, dass das Experiment Broth Cleanse am vierten Tag mit einem Besuch bei der Lieblingskonditorei frühzeitig beendet wurde.

Sei es, dass es sich dabei um etwas Süßes oder endlich wieder feste Nahrung handelte, es machte uns so glücklich wie gefühlt noch nie in unserem Leben.

Das Fazit der ganzen Fastengeschichte

Wenn unser Experiment auch gescheitert ist, so konnten wir doch eine Menge daraus mitnehmen. So haben wir alle den festen Vorsatz gefasst, unter anderen Umständen erneut einen Cleanse zu machen.

Als erstes gewannen wir sehr deutlich die Erkenntnis, wie stark unser Leben und unsere Gefühlslage von Essen abhängt. Wir wussten davor schon, dass Essen uns glücklich macht und wir es lieben, zu Essen und Essen zuzubereiten. Nicht umsonst betreiben wir unseren Foodblog Grizzly Kitchen. Was wir aber nicht so erwartet haben war, dass uns bekannte Geschmäcker fehlen. Wie oben schon erwähnt: Wer Süßes für sein Leben gerne isst, dem wird die Umstellung von Müsli mit Früchten oder einem Smoothie am Morgen hin zu einer deftigen Brühe stark auf die Stimmung schlagen. Eventuelle sogar bis hin zur Unlust, überhaupt zu Frühstücken.

Ebenso fehlt der Genuss beim Essen, wenn man einfach nur vor sich hinschlürft. Im Falle des Brühenfastens gab es schließlich gar nichts zum Kauen in der Brühe.

Dennoch kann man Festhalten, dass man durch das Fasten viel über sich selbst und seine eigenen Essgewohnheiten erfährt. Wenn man dann auch nicht arbeiten muss und sich ganz auf sich selbst konzentrieren kann, ist es sicherlich eine andere Erfahrung.